BF Goodrich Fazit nach 10 Monaten und 20.000 Kilometern

Erfahrungen mit dem BF Goodrich KO 2: Factchecking zum Rollwiderstand und zur Nasshaftung. Sind die negativen Kommentare gerechtfertigt? Nach 10 Monaten und 20.000 km ziehen wir unser Fazit.

Diese Zahlen lesen sich irgendwie verrückt und führen mal wieder vor Augen, wie viel wir eigentlich mit unserem Cali unterwegs sind. 

Im Oktober 2022 haben wir uns dazu entschieden, zugegeben hauptsächlich aus optischen Gründen, die BF Goodrich All-Terrain T/A KO2 in den Dimensionen LT245/70 R16 113/110S zu montieren.

Kurz nach der Montage haben wir unsere Erfahrungen mit der Eintragung auf unserer Homepage geteilt, leider haben auch die negativen Kommentare nicht lange auf sich warten lassen. Ein Kommentar ist uns besonders gut im Gedächtnis geblieben: “Wie kann man sich diesen Reifen montieren, der ist lebensgefährlich!”

Die Person spielte seiner Zeit auf das schlechtere Bremsverhalten auf nasser Straße an. Es gab unzählige weitere Kommentare, wie: „Der Reifen kann nichts richtig und ist im Winter richtig schlecht.“

An dieser Stelle ein kurzes Factchecking zum BF Goodrich KO 2

Um die Daten des Reifens neutral zu bewerten, nehmen wir uns das EU Reifenlabel einmal zur Hand.

     

      1. Der Rollwiderstand

        In der Kategorie Rollwiderstand hat der KO 2 seine größte Schwäche, was angesichts des Profils aber wenig verwundern dürfte.
        Aber was bedeutet eigentlich die Einstufung “E”?

        Die Effienzklasse beschreibt den höheren Kraftstoffverbrauch, den ein Fahrzeug mit diesem Reifen erreicht. Als Ausgangspunkt ist immer ein Durchschnittsverbrauch von 6,6 Litern pro 100 Kilometern angegeben. In der Klasse E bedeutet dies gegenüber den 6,6 Litern einen Mehrverbrauch von 0,66 Litern pro 100 Kilometer.

      1. Die Nasshaftung
        Bei der Nasshaftung wird der Bremsweg des Reifens mit einem Standard-Referenz-Testreifen (Artikel 4 EU-Verordnung Nr. 1222/2009) verglichen.
        Der KO2 erhält hier die Bewertung B, dies entspricht einer Bremswegverlängerung um 3 Meter.


    Vergleichen wir den Wert der Nasshaftung, welche ja von vielen Menschen im Vorfeld kritisiert wurde, mit den Standardwinterreifen, welche ab Werk auf dem Grand California montiert sind, stellen wir eine kleine -oder doch große- Überraschung fest. Der Conti Van Contact Winter hat exakt die gleiche “lebensgefährliche 🫣” Nasshaftung, wie der BF Goodrich KO 2, wie kann man denn sowas auf den Markt bringen?! 😉

    All diese Meinungen und Kommentare, meist von Personen, die den Reifen selber gar nicht fahren, haben -insbesondere- mich doch verunsichert. Sollte der Goodrich einfach wirklich in jeder Hinsicht schlechter sein? Nach 10 Monaten und 20.000 Kilometern können wir endlich selber etwas dazu sagen. 😌

    1. Der Treibstoffverbrauch

    Das Erste doch sehr hartnäckige Gerücht, was gegen den Reifen angeführt wurde: Der Treibstoffverbrauch soll exorbitant steigen.

    In der Tat ist ein Anstieg festzustellen, dieser bewegt sich zwischen einem halben bis zu einem Liter, je nachdem welcher Reifendruck gefahren wird. Schaut man sich das Profil der Goodrich an, ist es kaum verwunderlich, dass der Treibstoffverbrauch leicht erhöht sein wird. Aber alles in allem ist der exorbitante Mehrverbrauch gar nicht so exorbitant.

    2. Die Abrollgeräusche

    Der Goodrich ist lauter, als die originale Bereifung. Gerade bei hohen Außentemperaturen hört sich der Reifen so an, als ob er auf der Straße kleben würde. Wer hier empfindlich ist, könnte sich davon gestört fühlen. Anzumerken an dieser Stelle ist, der Crafter besticht im allgemeinen nicht durch sein leises Fahrverhalten.

    3. Das Fahrverhalten

    Das sollte doch das wichtigste an einem Reifen sein. Der KO 2 macht seine Sache wirklich gut, wenn auch nicht perfekt. Es gibt definitiv Schwächen, denn wer kann schon alles gut? Goodrich findet aber die richtige Balance.

    Am besten macht sich der KO 2 auf trockenem Asphalt und Schotterpisten, gerade letztere sind ganz klar sein Terrain. Um nochmals auf die Lebensgefahr einzugehen, welche ich eingangs erwähnt hatte, ja der Reifen hat einen längeren Bremsweg auf nasser Fahrbahn, das merkt man auch im Alltag. Aber wir sind hier weit weit weg von lebensgefährlich.

    Besonders interessant wurde es im Januar, als wir uns auf den Weg über das Baltikum nach Skandinavien gemacht haben. Die Straßen hatten alles für uns parat, es ging über Schlamm, Schotter, tiefen Schnee und Eis. Das Temperaturband zog sich von +10 bis – 25 Grad.

    Und heute sitze ich hier und kann diesen Bericht schreiben, somit habe ich diesen Trip, mit diesen Reifen überlebt. Aber ist der KO 2 nun ein richtig geiler Winterreifen? Fast! Auf schneebedeckter Straße hatten wir ein wirklich sicheres Gefühl beim Fahren und für den “normalen” Winter ist es absolut ausreichend, was der Goodrich leisten kann. Allerdings sind die skandinavischen Winter keine “normalen” Winter, dort herrschen extreme Bedienungen, nicht umsonst testen die Autohersteller im Winter ihre neuen Fahrzeuge in diesen Gebieten. Sobald die Straßen eisig waren, fing die Rutschpartie an. Aber zur Verteidigung, ähnlich hat es sich auch im Jahr davor mit den Continental Reifen verhalten, bei diesen Straßen braucht es am Ende Spikes und sonst nichts.

    Der BF Goodrich KO 2 kann meiner Meinung nach (fast) ohne Einschränkungen als Winterreifen genutzt werden, immer abgesehen von den extremen Verhältnissen die der Polarkreis so bietet.

    4. Last but not least, die Abnutzung

    Und wie steht es nun mit der Abnutzung? Da haben wir eine echte Überraschung erlebt. Auf der ganzen Fahrstrecke sind bis jetzt nicht einmal 0,5mm im Vergleich zu einem neuen Goodrich auf der Straße geblieben.

    Neuer BF Goodrich

    Alter BF Goodrich

    Fazit

    Der BF Goodrich KO 2 ist ein toller Reifen und wir würden ihn immer wieder montieren. Rechnet mit einem Mehrverbrauch im Durchschnitt von 0,7 Litern pro 100 Kilometern, aber gegen den Mehrverbrauch steht die exzellente Abnutzung. Im Winter empfiehlt es sich den Reifendruck um circa 0,5 Bar zu senken, mit dieser Einstellung hatten wir auf schneebedeckter Fahrbahn die besten Erfahrungen.

    Eine Sache sollte jeder im Kopf behalten, ein Sommerreifen im Sommer ist besser, ein Winterreifen im Winter ist besser. Ein AT Reifen ist immer ein Kompromiss, aber beim BF Goodrich KO 2 ein verdammt guter, gerade wenn ihr auch einmal nicht auf Asphalt unterwegs seid.


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    2 comments

    1. Marc sagt:

      Moin,

      vielen Dank für eure Infos zu den Reifen.
      Ich habe sie mir auch aufziehen lassen, nach dem ich euren ersten Beitrag hierzu gelesene habe. Der einzige Unterschied ist die Tatsache, dass ich den 600 er habe, ich hoffe das gibt beim tüv keine Probleme…

      Darf ich fragen welchen Reifendruck ihr als Standard bei den aktuellen Temperaturen fahrt?

      Lg Marc

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