Der schnellste / beste Weg nach Schweden – Mit der Fähre oder über die Brücken?

Treue Leser werden es mit Sicherheit schon gemerkt haben, wir sind absolute Schweden Fans. Alleine der Weg aus Düsseldorf bis zur schwedischen Grenze zieht sich enorm, so, dass alleine dafür eine Tagestour fällig wird.

Prinzipiell gibt es genau 2 Möglichkeiten aus Deutschland nach Schweden zu kommen.

Über den Landweg durch Dänemark

Der einfachste Weg ist mit Sicherheit durch Dänemark, über Flensburg nach Nyborg und dann über die Storebæltsbroen. Anschließend von Kopenhagen nach Mälmö über die Öresundbrücke. Was entspannt klingt, ist es auch. In der Regel gibt es nur kurze Wartezeiten an den Mautstationen und die Fahrt kann weiter gehen. Aber genau diese Mautstationen sind das große Problem, denn für die beiden Überfahrten wird richtig viel Geld fällig. Werfen wir mal einen Blick auf die Kosten.

Die Storebæltsbroen Brücke

Für eine einfache Überfahrt mit dem Wohnmobil über 6 Meter, werden bis 3,5 Tonnen 610 DKK fällig. Das sind etwa 82 Euro. Nochmals an dieser Stelle betont, es handelt sich um den Preis für eine einfache Fahrt, wer also wieder zurück will zahlt also 164 Euro. Glück haben alle Besitzer eines Wohnmobils unter 6 Meter, dazu zählt auch der Grand California 600, hier wird der gleiche Preis wie im Van Tarif fällig. Dieser ist deutlich günstiger mit 250 DKK, was in etwa 34 Euro sind, somit mehr als die Hälfte günstiger.

Deutlich teurer wird es dann nochmal, wenn das Wohnmobil über 10 Meter lang ist, aber darüber muss sich ein GC Fahrer keine Sorgen machen.

Es gibt Rabatte

Wenn ihr euch im Vorfeld etwas informiert, dann könnt ihr nicht nur bei der Storebæltsbroen ordentlich Geld sparen, sondern auch noch auf dem weiteren Streckenverlauf. Vorweg die Dänen machen es schlichtweg aus unserer Sicht extra kompliziert an einen Rabatt zu kommen. Die Webseite ist nur auf dänisch und englisch Verfügbar und wirklich unübersichtlich gestaltet.

Offiziell gibt es auf der Webseite der Storebæltsbroen nur einen Rabatt für Wohnmobile über 6 Meter Länge, somit sind die GC 600 Fahrer an dieser Stelle raus. Aber für die GC 680 Fahrer gibt es hier nun die erste Möglichkeit Geld zu sparen. Unter diesem Link könnt ihr euch für ein sogenanntes Motorhome Agreement anmelden. Ihr registriert euch online auf der Webseite und müsst eure Daten eingeben und den Fahrzeugschein hochladen. Danach wird pro Überfahrt ein Preis von 295DKK, knapp 40 Euro, fällig.

Nur gibt es dabei allerdings zwei Sachen die wirklich nervig und ärgerlich sind.

  1. Das ganze gilt nur bis 3,5 Tonnen
  2. Es werden zusätzlich ein sogenanntes Storebælt Private agreement und bizz/number plate payment agreement benötigt. Dabei handelt sich um eine generelle Vereinbarung die Brücke zu nutzen und einem Anbieter welcher die Mautkosten über euer Kennzeichen abrechnen kann. Hier gibt es Beispielsweise Örepay oder Brobizz, dazu ausführlich im weiteren Text mehr.

Auch die GC 600 Besitzer können im Van Tarif nochmals sparen, nämlich wenn sie über Örepay oder einen Brobizz bezahlen.

Die Öresundbrücke

Folgt ihr der Route weiter in Richtung Kopenhagen, so kommt ihr an die nächste Brücke auf dem Weg. Die Öresundbrücke! Hier werdet ihr auch zur Kasse gebeten. Einfacher und nicht so kompliziert in den Kosten wird nur in die Länge der Wohmobile eingeteilt. Wobei die Berechnung hier ab 6 Meter beginnt, alles darunter gilt als PKW. Wir haben aber keine Erfahrung, ob man mit dem GC 600 hier noch die PKW Kategorie gesteckt wird.

Der Preis für eine Überfahrt liegt bei 130 Euro, es gibt keinen Rabatt für Hin – und Rückfahrt. In Summe kosten beide Überfahrten damit 260 Euro.

Auch bei der Öresundbrücke gibt es Rabatte

Mit dem Bro Pas spart ihr ca. 50% pro Überfahrt. Es handelt sich hierbei um ein kostenpflichtiges Jahresabo, welches mit 45 Euro zu Buche schlägt. Das Abo könnt ihr hier -> Klick Hier abschließen. Mit dem Bro Pas kostet die einfache Überfahrt dann „nur“ noch 48 Euro, auch hier gibt es keinen weiteren Rabatt für Hin- und Rückfahrt. Aber auch wer nur einmal nach Schweden fährt spart mit dem Bro Pas schon. 45 Euro + 96 Euro = 141 Euro für den Hin- und Rückweg. Macht unter dem Strich eine Ersparnis von 119 Euro.

Das sind die Brückenkosten im Überblick

  • Ohne Rabatte oder Pässe
    • GC 600 bis 3,5 Tonnen = 328 Euro
    • GC 680 = 424 Euro
    • GC 600 über 3,8 Tonnen = 424 Euro
  • Mit Motorhome Agreement (nicht nötig für GC600) und Bro Pas
    • GC 600 bis 3,5 Tonnen = 209 Euro
    • GC 680 bis 3,5 Tonnen = 221 Euro

Ein Ausflug ins Mautsystems Skandinaviens

Nicht nur für Brücken wird in den Skandinavischen Ländern eine Maut fällig, so gibt es in Schweden und insbesondere Norwegen Straßen und Fähren die ebenfalls mautpflichtig sind. Im Landesinneren merkt man nur auf der Öresundbrücke das man eine Maut zahlt, denn hier gibt es noch die typischen Mauthäuschen. Ansonsten weisen euch nur Schilder daraufhin, dass ihr gerade auf einer Mautstraße fahrt und was das ganze kostet. In Schweden als auch in Norwegen findet die Abrechnung der Mautkosten vollständig automatisch über das Kennzeichen statt. So erhaltet ihr ein paar Monate nach euerer Reise einen Brief nach Hause mit den zu überweisenden Mautkosten.

Der Ultimative Rabatt mit BroBizz ?

Um die Mautkosten zu senken, könnt ihr euch einen BroBizz bestellen.

Was ist BroBizz

BroBizz ist eine Gesellschaft welche für die Abrechnung der Mautgebühren insbesondere in Dänemark zuständig ist. Ihr könnt an den Mautstationen der Brücken in der Regel immer mit Bargeld oder Kreditkarte zahlen. Um das Ganze etwas einzuschränken, bekommt ihr nur als Nutzer von BroBizz einen Rabatt der Betreiber, denn hier erfolgt die Abrechnung direkt über das BroBizz Abo. So soll ein Anreiz geschaffen werden, die Wartezeiten und vor allem die Zahlung zu vereinfachen. Wer ein BroBizz Abo hat, nutzt eigens dafür vorgesehene Spuren an den Mautstationen. Hat mich sich im Vorfeld registriert so öffnet sich die Schrank wie von Wunderhand. Aber nicht nur auf den Brücken funktioniert BroBizz auch für Fähren oder Straßenmaut in Schweden und Norwegen kann es genutzt werden.

Es gibt zwei Varianten von Bro Bizz
  1. Bezahlen mit dem Nummernschild. Ihr erstellt euch einen Account auf der BroBizz Homepage und registriert euer Auto / Wohnmobil mit den entsprechenden Daten, hinterlegt eine Kreditkarte und könnt ohne einen Transponder in Dänemark die Brücken nutzen oder beispielsweise in Parkhäusern parken ohne vor Ort noch etwas zahlen zu müssen. Die Abrechnung erfolgt dann vollkommen automatisch. Diese Variante funktioniert aber nur in Dänemark und zusätzlich auf der Öresundbrücke.
  2. Der BroBizz Transponder. Ebenfalls über die BroBizz Homepage könnt ihr euch einen Transponder bestellen, die Kosten für den Transponder liegen bei 200 DKK (27 Euro), dabei handelt es sich um eine einmal Zahlung. Da der Transponder aber versiegelt ist und die Batterie nicht ausgetauscht werden kann, wird nach ca. 5 Jahren ein neuer fällig. Mit dem Transponder könnt ihr ebenfalls in die oben genannten Vorzüge in Dänemark genießen, darüberhinaus aber noch Straßenmaut in Schweden und Norwegen bezahlen. Ein komplette Übersicht der Rabatte findet ihr -> HIER. Im Schnitt erhält man beispielsweise in Norwegen einen Rabatt von 20% auf die Straßenmaut und sogar 40% auf gewisse Fähren.
Wichtiger Hinweis für Norwegen
  • Wohnmobile über 3,5 Tonnen zahlen in der Regel den LKW Mauttarif, nutzt ihr allerdings einen Transponder z.B. wie oben beschrieben von BroBizz so erhaltet ihr einen Rabatt und zahlt den regulären PKW Preis.
  • Habt ihr ein Wohnmobil / Van gemietet und dieses / r wiegt über 3,5 Tonnen, so zählt dies als ein gewerbliches Fahrzeug und es MUSS ein Transponder genutzt werden. Wird man erwischt wird eine Strafe in Höhe von 8000 NOK (knapp 800 Euro) fällig. Das gilt nicht für private Wohnmobile / Vans.

Irgendwie war das nun doch ein größerer Ausflug in die Mautwelt, ihr seht das Thema ist sehr umfangreich und füllt zu recht andere Blogs. Es können auch verschiedene Aktionen kombiniert werden, aber wir werden nicht alle einzeln in diesem Post aufzählen. Wir halten fest, die Fahrt über die Brücken schlagen mit Rabatten mit rund 220 Euro bis 3,5 Tonnen und mit rund 420 Euro über 3,5 Tonnen zu Buche.

Mit der Fähre

Die zweite Möglichkeit nach Schweden zu kommen ist die Fähre. Hier gibt es viele Abfahrtsorte und Möglichkeiten. Preislich zum Teil attraktiver als die Brücken, aber mit für uns zwei ganz großen Nachteilen.

  • Fixe Fahrzeiten
    • Man bucht normalerweise eine fixe Uhrzeit, in der Nebensaison ist noch möglich einfach auf eine andere Fähre zu wechseln, aber in der Hauptsaison keine Chance. Somit hat man einen fixen Termin.
  • Lange Fahrzeit
    • Eine Fähre aus Kiel nach Göteborg fährt gut und gerne 14 Stunden! Das ist für uns viel zu lange.

Eine mögliche Variante, welche wir auch schon genutzt haben ist die Kombination von Fähre und Brücke. So sind wir über die Öresundbrücke gefahren und anschließend mit der Fähre von Rodby nach Puttgarden. Diese beiden Überfahrten gingen schnell und haben in Summe (wir nutzten den BroPass) 150 Euro gekostet.

Unser Favorit

Der schnellste Weg nach Schweden beginnt auf Rügen. Mit der Katamaran Fähre von FRS Baltic seit ihr in 2,5 Stunden von Rügen in Ystad Schweden.

Wir haben für die Überfahrt von Rügen nach Ystad für 2 Personen inkl. GC 680 140 Euro bezahlt. Preislich ist das ganze also sogar etwas günstiger als die Brücken und man spart sich eine Fahrt durch Dänemark.

Blick von der FRS Baltic

Schlusswort

Wer richtig sparen will bei der Überfahrt nach Schweden, muss sich wirklich sehr gut Informieren. Nicht nur die Fähren passen ihre Preise an, so ist eine Fähre im Mai natürlich günstiger als im Juli, das gleiche gilt für Nachtfahrten. Aber auch die Brücken haben Ferien- und Nachtpreise. In dem Beitrag geht es uns weniger um den günstigsten Weg, als vielmehr um den angenehmsten. Und dieser ist für uns die Fahrt von Rügen nach Ystad mit FRS Baltic.

Solltet ihr Fragen haben oder euch Infos fehlen, lasst es uns einfach in der Kommentarzeile oder per Email wissen. Viel Spaß in Schweden 🇸🇪

3 comments

  1. Marco sagt:

    Sehr hilfreich und aufschlussreich. Vielen Dank für diesen schönen Bericht. Viel Spaß auf Euren Touren in Schweden.

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